Im Hochwasserschutz spielen Sandsäcke eine enorm wichtige Rolle, denn die optisch so unscheinbaren und einfachen Hilfsmittel können im Ernstfall das Leben von vielen Menschen retten. Sie werden nicht nur von Behörden und Firmen geordert, sondern zunehmend auch von Privatpersonen, die in besonders kritischen Regionen zu Hause sind. Bei der Handhabung sind jedoch einige Dinge zu beachten.

Das richtige Befüllen und Platzieren der Sandsäcke
Idealerweise wird zum Befüllen der Sandsäcke ganz normaler Bausand mit einer Körnung von 0,0 bis 8,0 Millimetern verwendet. Ein zehn- bis fünfzehnprozentiger Anteil von Split kann ohne Bedenken beigemischt werden. Dadurch erhält der Sand zum einen eine bessere Rollfähigkeit, zum anderen lässt sich auf diese Weise die Rutschfestigkeit speziell von PP-Sandsäcken erhöhen. Die Zumischung von Split ist aber nicht zwingend erforderlich und wird hauptsächlich im Deichschutz praktiziert. Zum Schutz von Haus- und Kellereingängen reicht die Befüllung mit Bausand aus.

Wichtig ist, dass Sandsäcke für Hochwasserschutz nur zu maximal zwei Dritteln mit Sand gefüllt werden. Die Säcke passen sich beim Verlegen dann viel besser eventuellen Unebenheiten an und lassen sich auch leichter tragen. Sind die Säcke nicht zu 100 Prozent befüllt, wird auch ein dichterer Verbund untereinander erzielt, was ein Verrutschen erschwert oder sogar verhindert. Beim Platzieren sollte die Einfüllöffnung der Säcke stets vom Hochwasser abgewandt liegen, das heißt, der Boden des Sandsacks liegt zur Wasserseite hin.

Rechtzeitig an entsprechende Hilfsmittel denken
Die Sackbefüllung ist dank moderner Hilfsmittel gar nicht so aufwendig: Mittlerweile gibt es patentierte und speziell für die Befüllung entwickelte Schaufeln, die diese Arbeit enorm erleichtern. Eine einzige Person kann mit einer solchen Schaufel pro Stunde etwa 150 bis 180 Sandsäcke für Hochwasserschutz befüllen. Im Ernstfall kommt es schließlich auf jede einzelne Sekunde an, so dass neben einem ausreichenden Vorrat an Sandsäcken auch an eine entsprechende Schaufel gedacht werden sollte.

Die verschiedenen Materialien und ihre Vor- und Nachteile
Zu Bedenken ist zudem, dass Sandsäcke aus Jute, die auf Vorrat für einen eventuellen Einsatz in der Zukunft befüllt werden, nur eine begrenzte Lagerfähigkeit haben. Die Verrottung beginnt bereits nach drei bis sechs Monaten, die Säcke sind dann nicht mehr verwendungsfähig. PP-Säcke sind in gefülltem Zustand deutlich länger haltbar und auch im leeren Zustand etwas reißfester.

Trotzdem bietet natürlich auch Jute einige handfeste Vorteile. So sind Sandsäcke aus Jute beispielsweise erheblich rutschfester und auch ökologisch unbedenklicher. Die Entsorgung von Sandsäcken nach dem Hochwasser ist oft mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Kunststoffsäcke müssen getrennt entsorgt und der Sand gelagert und getrocknet werden. Wurden dagegen Säcke aus Naturmaterialien wie Jute verwendet, ist der Aufwand deutlich geringer. Sie werden entweder kompostiert oder sie bleiben an Ort und Stelle liegen und vermodern mit der Zeit.

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